Anthropomorphe Steinfigur - "Venus von Willendorf"
Steinfigur
Stein / oolthischer Kalkstein
Gravettien
Einzelstück
Caroline Posch
Ausgrabung des Naturhistorischen Museums Wien in Willendorf II, 1908-1909
praehistory
11 cm große Figur einer erwachsenen, nackten, rundlichen Frau dar, deren Körpermitte realistisch ausgeformt ist, Arme und Füße jedoch nur stilisiert oder gar nicht wiedergegeben werden. Der Kopf ist gesichtslos und rundum mit eingeritzten Zickzacklinien verziert, die als geflochtene Frisur oder Kopfschmuck interpretiert werden. Als weitere Verzierung sind an ihren Handgelenken eingeritzte Zickzacklinien zu erkennen, die wiederum als Armbänder gesehen werden.
Für die Herstellung der Figur wurde oolithischer Kalkstein verwendet, welcher wohl aus den mesozoischen Schichten des Gebiets um Sega di Ala am Gardasee in Norditalien oder aus dem Gebiet um Isjum in der östlichen Ukraine stammt.
Gefunden wurde die Figurine am 07.08.1908 in der Schicht 9 der Fundstelle Willendorf II (Niederösterreich) bei Ausgrabungen des Naturhistorischen Museums unter der Leitung von Josef Szombathy, Josef Bayer und Hugo Obermaier. Sie war die erste paläolithische Figurine ihrer Art, die bei kontrollierten Ausgrabungen in einer archäologischen Schicht gefunden worden war. Dadurch kann die „Venus“ auf 29.500 Jahre vor heute datiert werden.